Geschichte des Vereins

Die Geschichte des Boxsports in Wittenberge begann unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. Bereits Anfang des Jahres 1948 trafen sich sportbegeisterte Jugendliche in der Pritzwalker Straße, um die ersten Schritte im Boxsport zu wagen. Auslöser war der sowjetische Film „Der Weg zum K.O.“, der im damaligen Kino Capitol gezeigt wurde und bei vielen jungen Wittenbergern die Begeisterung für den Boxsport entfachte.

Trainiert wurde zunächst unter einfachen Bedingungen in der „Alten Burg“, dem heutigen Stadtmuseum. Dort stellte die Familie des späteren Spitzensportlers Manfred Wittkowski den jungen Sportlern Räumlichkeiten zur Verfügung. Karl-Heinz „Charly“ Lüdke vermittelte den Jugendlichen die Grundlagen des Boxens und legte damit den Grundstein für eine Entwicklung, die Wittenberge über Jahrzehnte hinweg zu einem bedeutenden Boxstandort machen sollte.

Bereits bei den ersten Landesmeisterschaften Brandenburgs 1949 und 1950 konnten die Wittenberger Boxer große Erfolge feiern. Die junge Boxsektion entwickelte sich rasant und machte schnell über die Stadtgrenzen hinaus auf sich aufmerksam. In den folgenden Jahren entstanden leistungsstarke Mannschaften, die sich erfolgreich mit den besten Boxvereinen der DDR messen konnten.

Die Aufbaujahre – Die ersten Meister

Schon in den frühen Jahren brachte die Wittenberger Boxschule zahlreiche erfolgreiche Athleten hervor. Zu ihnen gehörten unter anderem:

  • Willi Kriese – Ostzonenmeister 1949
  • Werner Porep – Vizemeister 1949
  • Henry Girod – DDR-Meister 1950, Bronzemedaillengewinner der Studentenweltmeisterschaften 1950, DDR-Vizemeister 1951
  • Horst Bittmann – 3. Platz bei den DDR-Meisterschaften 1955 und 1959, DDR-Vizemeister der SV Chemie 1956
  • Werner Warwas – DDR-Meister der SV Chemie 1956

Diese Erfolge machten Wittenberge bereits in den 1950er Jahren zu einem anerkannten Standort des DDR-Boxsports.

Manfred Wittkowski – Der bedeutendste Boxer der Vereinsgeschichte

Eine der größten Persönlichkeiten des Wittenberger Boxsports ist zweifellos Manfred Wittkowski. Er gilt bis heute als der erfolgreichste Boxer, den die Stadt Wittenberge hervorgebracht hat.

Seine größten Erfolge:

  • DDR-Meister 1954
  • DDR-Mannschaftsmeister mit der SV Chemie 1956
  • Mitglied der DDR-Nationalmannschaft 1955
  • Aufnahme in den EM-Kader der DDR
  • Internationale Einsätze gegen Österreich und eine Auswahl Bayerns
  • Gastboxer des TSC Berlin

Mit seinen Leistungen schaffte Manfred Wittkowski den Sprung in die nationale Spitze des DDR-Boxsports. Die Berufung in die Nationalmannschaft und den EM-Kader stellte für einen Boxer aus Wittenberge eine außergewöhnliche Auszeichnung dar. Er repräsentierte die Stadt auf höchstem sportlichen Niveau und wurde zum Vorbild für mehrere Generationen junger Boxer.

Die goldenen Jahrzehnte des DDR-Boxsports

In den 1960er- und 1970er-Jahren entwickelte sich die Wittenberger Boxschule weiter zu einer festen Größe im DDR-Leistungssport.

Zu den erfolgreichsten Sportlern dieser Zeit gehörten:

  • Kurt Bollnow – DDR-Meister 1969 und 1971, DDR-Vizemeister 1968 und 1970, Mitglied des EM-Kaders 1971
  • Willi Ramin – DDR-Meister 1965 und 1971, DDR-Vizemeister 1972
  • Waldemar Zielke – DDR-Vizemeister 1968, Silbermedaillengewinner der DDR-Spartakiade 1968
  • Uwe Seydel – DDR-Jugendmeister 1967, DDR-Meister 1969, Goldmedaillengewinner der DDR-Spartakiade 1970

Viele dieser Boxer vertraten die DDR bei internationalen Vergleichskämpfen und sorgten dafür, dass der Name Wittenberge weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde.

Gerhard Staack – Erfolgreicher Leistungsträger der 1970er Jahre

Gerhard Staack gehörte in den 1970er Jahren zu den erfolgreichsten Boxern des Vereins. Mit seinem kämpferischen Stil und seinem Ehrgeiz war er über viele Jahre ein wichtiger Bestandteil der erfolgreichen Mannschaften.

Seine größten Erfolge:

  • Bronzemedaillengewinner der DDR-Spartakiade 1970
  • DDR-Meister der BSG 1977

Mit diesen Erfolgen trug Gerhard Staack maßgeblich dazu bei, dass Wittenberge auch in den 1970er Jahren zu den angesehenen Boxstandorten der DDR gehörte.

Mike Balzuweit – Der erfolgreichste Boxer der jüngeren Vereinsgeschichte

In den 1970er Jahren begann die Karriere eines Sportlers, der später zu den wichtigsten Persönlichkeiten des Wittenberger Boxsports werden sollte: Mike Balzuweit.

Seine größten sportlichen Erfolge:

  • DDR-Jugendmeister 1971
  • DDR-Jugendmeister 1973
  • DDR-Spartakiadesieger 1978
  • DDR-Meister der BSG 1978
  • DDR-Vizemeister der BSG 1979

Mike Balzuweit gehörte damit zu den erfolgreichsten Boxern seiner Generation. Durch seine Leistungen machte er Wittenberge weit über die Region hinaus bekannt und knüpfte an die großen Erfolge früherer Jahrzehnte an.

Nach seiner aktiven Laufbahn stellte er sein Wissen dem Nachwuchs zur Verfügung und engagiert sich bis heute als Trainer.

Heiko Schwarz – Einer der erfolgreichsten Boxer der 1980er Jahre

Nach den Erfolgen von Mike Balzuweit gehörte Heiko Schwarz zu den prägenden Boxern der nächsten Generation.

Seine größten Erfolge:

  • DDR-Spartakiadesieger 1976
  • DDR-Spartakiadesieger 1978
  • DDR-Meister der BSG 1987
  • DDR-Vizemeister der BSG 1986
  • DDR-Vizemeister der BSG 1988
  • Silbermedaillengewinner beim Internationalen Turnier in Schwerin 1984

Mit diesen Erfolgen zählte Heiko Schwarz zu den stärksten Boxern seiner Zeit. Er vertrat den Wittenberger Boxsport bei zahlreichen nationalen und internationalen Wettkämpfen und war ein wichtiger Bestandteil der erfolgreichen Mannschaften der 1980er Jahre.

Rüdiger Balzuweit – Erfolgreicher Boxer und Trainer aus Leidenschaft

Rüdiger Balzuweit knüpfte an die Erfolge seiner Vorgänger an und gehörte ebenfalls zu den erfolgreichsten Boxern des Vereins.

Seine größten Erfolge:

  • DDR-Meister der BSG 1985
  • DDR-Meister der BSG 1987
    1. Platz beim Internationalen Turnier in Ostrava

Mit seinen sportlichen Erfolgen machte er den Namen Wittenberges weit über die Region hinaus bekannt. Nach seiner aktiven Laufbahn stellte er sein Wissen vollständig in den Dienst des Nachwuchses und engagiert sich bis heute als Trainer.

Die Zeit nach der Wiedervereinigung

Die deutsche Wiedervereinigung stellte viele Sportvereine vor große Herausforderungen. Auch der Wittenberger Boxsport musste sich neu organisieren und um seine Zukunft kämpfen.

Durch den Einsatz ehemaliger Sportler, Trainer und Vereinsmitglieder gelang es jedoch, die lange Tradition des Boxsports in Wittenberge fortzuführen. Mit viel Leidenschaft wurden neue Trainingsgruppen aufgebaut und junge Sportler an den Boxsport herangeführt.

Aus dieser Arbeit entwickelte sich die heutige Boxabteilung des BSV Veritas Wittenberge e.V.

Die Gegenwart

Heute blickt der Wittenberger Boxsport auf mehr als 75 Jahre Vereinsgeschichte zurück. Zahlreiche Landesmeister, DDR-Meister, Nationalmannschaftsboxer und internationale Teilnehmer sind aus der traditionsreichen Wittenberger Boxschule hervorgegangen.

Besonders Mike Balzuweit und Rüdiger Balzuweit kommt dabei eine herausragende Bedeutung zu. Beide stehen seit Jahrzehnten für den Wittenberger Boxsport und engagieren sich bis heute mit großem Einsatz als Trainer für den Nachwuchs.

Ohne ihren unermüdlichen Einsatz wäre der Boxsport in Wittenberge heute kaum noch denkbar. Sie haben Generationen von Kindern und Jugendlichen ausgebildet, Wettkämpfer begleitet und dafür gesorgt, dass die große Tradition des Wittenberger Boxsports bis heute fortlebt.

Der BSV Veritas Wittenberge e.V. führt diese Tradition weiter und steht auch in Zukunft für Disziplin, Respekt, Fairness und Gemeinschaft – Werte, die den Boxsport in Wittenberge seit 1948 prägen.

Chronik des Fußballs in Wittenberge

Die Anfänge (1949–1953)

Die Geschichte des organisierten Fußballs in Wittenberge begann unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. Am 14. August 1949 wurde der damalige Singer-Sportplatz auf dem Industriegelände feierlich eingeweiht. Die Mannschaft spielte zunächst unter verschiedenen Betriebssportgemeinschaften und entwickelte sich schnell zu einer festen Größe im regionalen Fußball.

In den ersten Jahren standen vor allem der Aufbau des Spielbetriebs und die Schaffung geeigneter Trainings- und Wettkampfbedingungen im Vordergrund. Trotz schwieriger Nachkriegsbedingungen gelang es, den Fußball in Wittenberge dauerhaft zu etablieren.

Die Jahre der BSG Chemie Wittenberge (1953–1963)

Am 23. April 1953 wurde aus der bisherigen SV Rotation die BSG Chemie Wittenberge. Damit begann eine erfolgreiche Zeit für den Wittenberger Fußball.

Bereits in den 1950er Jahren gehörte Chemie Wittenberge zu den stärksten Mannschaften der Region. Die Mannschaft spielte erfolgreichen Fußball und konnte sich mehrfach für höhere Spielklassen qualifizieren.

Zu den Höhepunkten dieser Zeit gehörten:

  • Herbstmeisterschaft 1955/56
  • Aufstieg in die II. DDR-Liga 1956
  • Freundschaftsspiele gegen hochklassige Gegner, darunter Dynamo Berlin
  • Internationale Begegnungen gegen Mannschaften aus Belgien und Polen

Der Fußball in Wittenberge gewann zunehmend an Bedeutung und machte die Stadt auch über die Bezirksgrenzen hinaus bekannt.

Der Weg in die DDR-Liga (1963–1970)

Nach einigen Jahren des Umbruchs gelang der Mannschaft erneut der Anschluss an die Spitze des Bezirksfußballs.

Wichtige Erfolge dieser Zeit:

  • 1963/64 Bezirksmeister
  • 1965/66 Bezirksmeister
  • 1967/68 Vizemeister der Bezirksliga Schwerin
  • 1968/69 Bezirksmeister
  • 1969/70 erfolgreicher Aufstieg in die DDR-Liga

In dieser Phase entwickelte sich die Mannschaft zu einem der Aushängeschilder des Fußballs im Bezirk Schwerin.

Erfolgreiche Jahre in den 1970er Jahren

Mit dem Aufstieg in die DDR-Liga begann eine der erfolgreichsten Epochen des Vereins.

Die Mannschaft konnte sich gegen starke Konkurrenz behaupten und spielte regelmäßig auf hohem Niveau.

Wichtige Stationen:

  • 1970/71 Aufstieg in die DDR-Liga Staffel A
  • 1971/72 erfolgreicher Klassenerhalt
  • mehrere Jahre DDR-Liga-Fußball
  • Aufbau einer starken Nachwuchsabteilung
  • zahlreiche Delegierungen talentierter Spieler zu Leistungszentren der DDR

In dieser Zeit entstand auch das bekannte Trainingszentrum Fußball in Wittenberge. Viele talentierte Nachwuchsspieler wurden gefördert und später an größere Vereine delegiert.

Zu den bekanntesten Spielern, die aus der Wittenberger Nachwuchsarbeit hervorgingen, gehörten unter anderem:

  • Thomas Scheffler (1. FC Magdeburg)
  • Sven Motzki (1. FC Lok Leipzig)
  • Thomas Wolff (1. FC Lok Leipzig)
  • Matthias Wietzik (1. FC Magdeburg)
  • Guido Voggen (Vorwärts Frankfurt/Oder)
  • Andy Jufft (1. FC Union Berlin)
  • Armin Arndt (1. FC Magdeburg)
  • Nils Mackel (1. FC Magdeburg)

Bezirksmeisterschaften und Aufstiegskämpfe (1975–1984)

Auch nach den DDR-Liga-Jahren gehörte die Mannschaft weiterhin zur Spitze des Bezirks Schwerin.

Besondere Erfolge:

  • 1977/78 Vizemeister der Bezirksliga Schwerin
  • 1978/79 Bezirksmeister mit beeindruckenden 107:19 Toren
  • mehrere Aufstiegsspiele zur DDR-Liga
  • regelmäßige Spitzenplatzierungen in der Bezirksliga

Die Mannschaft war zu dieser Zeit eine der spielstärksten im gesamten Bezirk.

Die letzten DDR-Jahre (1984–1990)

In den 1980er Jahren blieb der Fußball in Wittenberge erfolgreich.

Zu den Höhepunkten gehörten:

  • 1983/84 Bezirksmeister
  • erneuter Aufstieg in die DDR-Liga
  • weitere erfolgreiche Spielzeiten in Bezirksliga und DDR-Liga
  • kontinuierliche Nachwuchsarbeit auf hohem Niveau

Der Verein verfügte über eine stabile Struktur und war sportlich sowie gesellschaftlich fest in Wittenberge verankert.

Die Wendezeit (1990)

Mit den politischen Veränderungen in Deutschland begann auch für den Fußball in Wittenberge eine neue Zeit.

Am 25. Juli 1990 wurde die BSG Chemie Wittenberge in SV Veritas Wittenberge umbenannt. Damit endete die Zeit der Betriebssportgemeinschaften und ein neues Kapitel der Vereinsgeschichte begann.

Bis 1990 hatte sich der Fußball in Wittenberge von den bescheidenen Anfängen auf dem Singer-Sportplatz zu einem festen Bestandteil des DDR-Fußballs entwickelt. Zahlreiche Meisterschaften, Aufstiege, Nachwuchserfolge und unvergessene Spiele prägten diese über vier Jahrzehnte dauernde Epoche und legten den Grundstein für den heutigen BSV Veritas Wittenberge e.V. als Traditionsverein der Region.

Tradition seit 1949 – Fußball in Wittenberge

Die Geschichte des Fußballs in Wittenberge begann am 14. August 1949 mit der Einweihung des damaligen Singer-Sportplatzes. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der Fußball zu einer festen Größe im sportlichen Leben der Stadt. Unter den Namen BSG Industrie Wittenberge, BSG Motor Wittenberge, BSG Chemie Wittenberge und später SV Veritas Wittenberge feierten die Mannschaften zahlreiche Erfolge auf Bezirks- und DDR-Ebene.

Besonders in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren gehörte Wittenberge zu den leistungsstärksten Fußballstandorten im Bezirk Schwerin. Mehrere Bezirksmeisterschaften, Aufstiege in die DDR-Liga sowie die erfolgreiche Nachwuchsarbeit prägten diese Zeit. Zahlreiche Talente schafften den Sprung in Leistungszentren und höherklassige Mannschaften des DDR-Fußballs.

Mit der politischen Wende endete 1990 die Zeit der Betriebssportgemeinschaften. Aus der BSG Chemie Wittenberge wurde die SV Veritas Wittenberge. Dennoch blieb der Fußball ein wichtiger Bestandteil des Vereinslebens und der Stadtgeschichte.

Heute verbindet der BSV Veritas Wittenberge die Tradition vergangener Generationen mit moderner Nachwuchsarbeit. Dort, wo einst Bezirksliga- und DDR-Liga-Fußball gespielt wurde, trainieren und spielen heute wieder weit über 100 Kinder und Jugendliche in verschiedenen Altersklassen. Von den jüngsten Bambini- und F-Jugend-Spielern bis zu den älteren Nachwuchsmannschaften wird die Fußballtradition auf dem historischen Vereinsgelände fortgeführt.

Der Weg des Wittenberger Fußballs führte von den Betriebsmannschaften der Nachkriegszeit über erfolgreiche Jahre im DDR-Fußball bis in die Gegenwart. Viele Spieler, Trainer, Betreuer und ehrenamtliche Helfer haben diese Entwicklung geprägt. Sie alle haben dazu beigetragen, dass der Fußball in Wittenberge auch nach mehr als sieben Jahrzehnten lebendig geblieben ist.

Die Geschichte des Fußballs in Wittenberge ist damit nicht abgeschlossen. Sie wird Woche für Woche von den Kindern und Jugendlichen des BSV Veritas Wittenberge weitergeschrieben.

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